So bringen wir unserem Labrador das Schwimmen bei

Jeder Hund kann von Natur aus schwimmen. Ist das so? Nein, denn jeder Hund muss erst schwimmen lernen, sonst geht er genauso unter, wie ein Mensch, der nicht schwimmen kann. Besonders überrascht sind viele Leute, wenn ich ihnen sage, dass mein Labrador nicht schwimmt. Da werde ich dann ungläubig aus großen Augen geschaut. Wie geht denn das? – heißt es dann oft, denn der Labrador gilt als Wasserhund ja als passionierter Schwimmer.

Auch Loki mag Wasser in jeder Form sehr gerne. Wenn er es sieht, dann will er schnellst möglich rein und kann seine Vorfreude kaum bremsen. Aber er geht halt nur soweit rein, wie er bequem stehen kann. Das ist meistens bis zum Bauch. Das war schon immer so, aber er macht Stück für Stück Fortschritte. Was wir bisher alles versucht haben und ob Herr Labrador irgendwann sein Seepferdchen machen wird, erfährst du jetzt.

[Info: Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung aufgrund von Verlinkungen und Sichtbarkeit von Marken.]

So versuchen wir unseren Labrador das Schwimmen beizubringen

Die meisten Hundebesitzer bringen ihren Hunden schon im Welpenalter das Schwimmen bei. Wir haben dieses Zeitfenster irgendwie verpennt, nicht zuletzt, weil Loki in seinem ersten Sommer mit so vielen Erkrankungen zu kämpfen hatte – insbesondere Giardien. Außerdem hatte er auch schon Schreckmomente erlebt. In der Herbstzeit unterschätzte er die Tiefe einer Pfütze und ging plötzlich komplett unter. Da war der Schreck natürlich groß.

In seinem zweiten, dritten und vierten Sommer wollten wir ihm dann endlich das Schwimmen beibringen und haben verschiedene Sachen ausprobiert:

Tipp 1: Mit Hundekumpels baden gehen

Badespaß mit HundekumpelsDas klappt bei vielen Hunden tatsächlich ganz gut, wenn sie mit anderen Hunden ins Wasser gehen. Wir haben das natürlich auch ausprobiert – in Kombination mit Spielzeug apportieren. Loki geht dann nur ein paar Schritte rein und schaut fiepend zu, wie der andere Hund das Spielzeug rettet.

Tipp 2: Spielzeug apportieren lassen

Das würde bei einem Hund sicher gut funktionieren, wenn er auf Spielzeug abfährt. Das tut Loki besonders draußen kaum und wenn dann nur für 2 Minuten. Wir haben sogar schon brandneue Spielzeuge im See verloren, weil er diese nicht mehr rausfischen konnte.

Tipp 3: Mit seinem Hund zusammen baden gehen

Auch das haben wir probiert, aber Loki bleibt lieber fiepend im knietiefen Wasser stehen, als zu uns zu schwimmen. Er wartet dann sogar lange (und unter richtigen Klagetönen) bis wir wieder rauskommen.

Tipp 4: Mit besonderen Leckerlis locken

Loki ist sehr futtermotiviert und man kann ihn mit dem richtigen Käse o.Ä. auch ein paar Zentimeter tiefer locken. Das klappt bei uns bisher mit am besten.

Tipp 5: Die Treppen-Methode

Während unseres Osterurlaubs dieses Jahr stießen wir ein neues Problem: Loki hat Angst vor offenen Treppen. Blöd nur, dass man schon so eine hoch zu unserer Ferienwohnung musste (und in dieser gab es noch eine offene Treppe). An diesem Problem haben wir tatsächlich bis kurz vorm Urlaubsende – mehrmals am Tag! – gearbeitet. Zum Schluss hatten wir den Durchbruch und er ist, zwar ungerne, aber immer sicherer die Treppe hoch und runter. Hoch war für ihn oftmals tausend Mal schlimmer.

Wie wir das geschafft haben? Ich habe auf Youtube dieses Video mit einer Anleitung gefunden, die tatsächlich geholfen hatte:

[Werbung ohne Auftrag | Quelle: Youtube]

Auf diese Weise wollen wir Loki auch aktuell das Schwimmen beibringen. Sinn der Übung ist es dem Hund zu zeigen, dass er jederzeit wieder runter – oder in unserem Fall wieder zurück ans Ufer – kann.

Tipp 6: Kleine Übungseinheiten und Schwimmweste tragen

Hunde Schwimmweste

Loki trägt während dieser Übungseinheiten, die maximal 10-15 Minuten gehen sollten, immer eine Schwimmweste an. Sein genaues Modell findest du in unseren FAQs. Diese unterstützt ihn beim Schwimmen und wir können ihn dank eines Haltegriffs besser greifen, falls mal was sein sollte.

Was du niemals tun solltest

Es soll ja Leute geben, die ihre (vor allem kleine) Hunde ins Wasser schmeißen. Danach ist das Vertrauen zu dem Menschen in vielen Fällen dahin und viele Hunde trauen sich nach so einem Erlebnis erst recht nicht mehr ins Wasser.

Zwang hilft dir und deinem Hund nicht weiter, wenn er wirklich Angst hat. Diese Erfahrung haben wir auch schon gemacht: Im letzten Sommer hatte Herrchen Loki an seiner Schwimmweste immer etwas tiefer ins Wasser gezogen, so dass Loki alleine zum Ufer zurück schwimmen musste. Wir dachten damals noch, das wäre eine effektive Methode, da er ja die paar Meter geschwommen ist. Allerdings hat es gar nichts gebracht, außer, dass er sich nun im Wasser nicht gerne von uns anfassen lässt. Er hat eben Angst, dass er dieser Situation wieder ausgesetzt wird. Dadurch haben wir auf jeden Fall Vertrauen eingebüßt. Und schwimmen kann Loki dadurch offensichtlich auch nicht.

Kein Hund MUSS schwimmen um des Schwimmens willen

Schwarzer Labrador im SeeStattdessen bleiben wir geduldig und versuchen uns und den Hund nicht unter Druck setzen zu lassen. Vielleicht wird er irgendwann seine Angst überwinden und Gefallen am Schwimmen finden. Falls nicht, dann ist das auch kein Beinbruch und hat viele Vorteile – z.B. wird er niemals Wasservögel hinterher schwimmen oder bei einem Fluß o.Ä. ans andere Ufer schwimmen, wo wir nicht mehr hinterher können.

 

Beitrag teilen: