Allergie Update #4: Tierheilpraktiker, kein Apoquel und Juckreiz mehr?

Nun ist schon wieder ein halbes Jahr seit unserem letzten Allergie-Update vergangen. Vorab kann ich schon verraten, dass wir bei einem Tierheilpraktiker waren und inzwischen Loki’s Medikament (Apoquel) erfolgreich ausschleichen konnten. Wenn du mehr dazu erfahren willst, und wie es Loki aktuell geht, dann lies jetzt einfach weiter!

[Info: Dieser Beitrag erhält aufgrund von Markennennung (Apoquel) Werbung. Not sponsored.]

Warum unser Besuch beim Tierheilpraktiker eine Enttäuschung war

Nach langer Überzeugungsarbeit bei Herrchen hatte ich uns Mitte März einen Termin bei einer uns bekannten Tierheilpraktikerin gemacht. Wir waren bislang noch nie bei einem (Tier-) Heilpraktiker. Aber ich hatte schon viel Positives dazu gehört und war entsprechend gespannt. Ich hatte ihr vorab schon einmal unseren bisherigen Leidensweg per E-Mail skizziert und sie hatte uns gleich eingeladen. Zum Termin sollten wir lediglich den Hund, seinen Impfausweis sowie seinen BARF-Plan mitbringen. Gesagt, getan.

Loki nimmt weiter zu

Labrador am JagdhochstandIn ihrer Praxis angekommen bat uns noch einmal alles zu erzählen und schaute sich die mitgebrachten Dokumente an. Bezüglich des Impfausweises hatte sie meine Meinung bestätigt: Loki wurde in der Vergangenheit überimpft. Wir sollten nur noch die Tollwut-Impfung alle drei Jahre auffrischen lassen. Danach ging es für Loki auf die Waage, was immer schwierig ist, da er darauf nicht gerne still hält. Sage und schreibe 37 Kilo hat die angezeigt. Er hat also noch weiter zugenommen, obwohl wir schon Leckerlis reduziert hatten.

Bioresonanz mal anders

Danach ging sie gleich in die vollen und sprach mit uns über Bioresonanz-Therapie. Hierbei werden eigentlich die Schwingungen, die das Tier aussendet, mit einem speziellen Gerät gemessen. Die Heilpraktikerin meinte aber, dass sie das „etwas anders“ macht. Statt direkt dem Tier die Elektroden anzulegen (ähnlich wie in diesem Bild), würde sie Loki ein Fellbüschel entfernen, welches sie dann an eine andere Heilpraktikerin schickt. Diese misst dann die Schwingungen des Fellbüschels und stellt dem „Testobjekt“ Fragen, z.B. wie verträgst du Lammfleisch, verträgst du Pollen etc.  Anhand dieser „Auswertung“ wird eine Art Futterprofil erstellt.

Kritik am Barf-Plan

Dicker Labrador am SeeWährend die Heilpratikerin dies erzählte, wuchs meine Skepsis. Herrchen, der solchen alternativen Methoden eher ablehnt, konnte sich außerdem das eine oder andere Grinsen nicht mehr verkneifen. Als sie das merkte, geriet die Tierheilpraktikerin etwas ins Straucheln. Sie verwies während des Termines mehrfach auf ihr Buch und ging dann dazu über, den mitgebrachten Barf-Plan auseinanderzunehmen. Interessanterweise hatte sie fast alles dazu in Frage gestellt, obwohl sie – wie unsere Ernährungsberaterin auch – von Swanie Simon ausgebildet wurde. Beispielsweise war sie dafür, dass wir (aufgrund der veränderten Zellstruktur) das Obst und Gemüse nicht mehr pürieren, sondern Dampfgaren sollten. Auf Zusätze sollten wir verzichten und nur eine Fleischsorte füttern. Von Pansen und Innereien hält sie ja eh nichts!

Wir gingen aus diesem Termin sehr irritiert und verunsichert heraus und waren knapp 50 Euro ärmer.

Und was nun?

Allergiehund unterm WäscheständerNach diesem ernüchternden Termin beim Tierheilpraktiker hatte ich noch einmal Rücksprache mit unserer Ernährungsberaterin gehalten, die natürlich auch fassungslos war. Sie gab das Feedback der Tierheilpraktikerin an eine andere weiter. Diese muss wohl die Hände über den Kopf geschlagen haben, als sie die Aussagen ihrer Fachkollegin hörte. Ich denke, ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir da nicht noch einmal hin sind.

Wie dem auch sei, wir wollten weiterhin vom Apoquel wegkommen. Zum damaligen Zeitpunkt hatte Loki kaum noch Allergieschübe und wir waren mit der Dosis schon runter auf einer halben Tablette (statt 2) pro Tag. Außerdem hatte ich seit November konsequent ein Allergie-Tagebuch geführt und alle Auffälligkeiten (Kot, Wetter, Futter) dokumentiert. Ein richtiges Muster hatte sich daraus leider nicht ableiten lassen. Zusätzlich hatten wir seit mehreren Monaten komplett auf getrocknete Kauartikel verzichtet, was sich offenbar positiv ausgewirkt hatte.

Wir schleichen das Allergie-Medikament Apoquel aus

Die nachfolgenden Wochen haben wir uns darauf konzentriert vom Medikament Apoquel weg zu kommen. Zuerst hatten wir die halbe Tablette statt täglich nur noch alle 2 Tage gegeben. Dann haben wir diesen Zeitraum Schritt für Schritt ausgedehnt. Jedes Mal, wenn wir den zeitlichen Abstand erhöht hatten, fing Loki an sich mehr zu jucken und zu lecken. Das ist aber ganz normal, da diese Medikament auch nicht abrupt abgesetzt werden darf. Glücklicherweise fing sich sein Körper schon nach kurzer Zeit wieder.  Kurz vor unserem Osterurlaub hatten wir es dann geschafft und er ist seitdem komplett frei von Medikamenten! Das ist für uns schon ein großer Meilenstein, da er das Apoquel seit Herbst 2017 nehmen musste.

Er nimmt wieder ab!

Ein ganz toller Effekt ist, dass Loki jetzt nicht mehr an Gewicht zunimmt, sondern (erstmalig seit Ende 2017) wieder abnimmt. Zugegeben hatte er während unseres Osterurlaubs an Gewicht zugelegt, da wir intensiv mit ihm trainieren mussten und ich vergessen hatte dies von seiner Tagesration an Barf-Ersatz abzuziehen. Allerdings hatte er diese Pfunde nach dem Urlaub schnell wieder runter, weil wir seitdem sehr stark auf die Futter- und Leckerliemenge achten. Das ist für uns ein toller Erfolg, da er seit der Kastration und der Behandlung einiges an Gewicht zugenommen hatte, was sich ja auch auf die Gelenke und allgemeine Gesundheit negativ auswirkt.

Sind der Juckreiz und die anderen Symptomen jetzt weg? Hat Loki keine Allergie mehr?

Allergie Hund im KörbchenMan merkt noch, dass sein Körper auch irgendwas reagiert. Seine Augen tränen/ verschleimen wieder mehr und er leckt bzw. juckt sich etwas öfter. Aber es ist alles noch im Rahmen und auf keinen Fall so schlimm, wie das vor unserer Behandlung mit Apoquel gewesen war. Wir werden uns demnächst wieder mit seiner Ernährungsberaterin treffen und ggf. den Futterplan umstellen, so dass er noch weiter abnimmt. Getrocknete Kauartikel hatten wir die letzten Monate ab und zu mal gegeben, um zu testen. Allerdings hat er darauf nicht stark reagiert. Das was wir noch übrig haben werden wir über das restliche Jahr verteilt noch verfüttern und danach darauf verzichten, denke ich.

Sollte es schlimmere Allergieschübe bekommen, werden wir zu einem auf Allergien spezialisierten Tierarzt gehen. Uns wurde bereits jemand empfohlen und wir wissen ja bis heute nicht verlässlich, was nun der Auslöser damals gewesen war. Je nach weiteren Verlauf werden wir auch die Schilddrüse mal ordentlich untersuchen lassen. Aber aktuell sehen wir dafür noch keine Notwendigkeit und konzentrieren uns auf seine Gewichtsreduktion.

Hier kannst du übrigens unseren bisherigen Leidensweg nachlesen: 

Allergie Update #1

Allergie Update #2

Allergie Update #3

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