Wenn der Junghund erwachsen wird (Teil 4)

Ich kann es kaum fassen, aber Loki wird dieses Jahr schon drei Jahre alt. Bei den mittelgroßen bis großen Rassen kommt der Hund spätestens dann in das Erwachsenenalter. Und tatsächlich hat sich bei uns im vergangenen Jahr so einiges getan. Zeit mal ein Fazit zu ziehen und dir zu verraten, wie sich Loki’s Verhalten in den Endzügen seiner Pubertät verändert hat.

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Ende 2017: Neuer Alltag und Kastration

Kastration 2017Unser letztes richtiges Pubertätsupdate liegt schon eine Weile zurück – im Oktober 2017 probierten wir gerade die chemische Kastration via Hormonchip, was bei uns eher semi-erfolgreich war.

Im Dezember 2017 wurde Loki dann richtig kastriert und sein Verhalten veränderte sich ebenfalls. Hier hatte ich dir schon einmal berichtet, was sich nach der Kastration (nicht) geändert hatte. Er reagiert mittlerweile zwar immer noch auf läufige Hündinnen, aber nicht mehr so krass wie vorher. Hundebegegnungen sind für ihn (je nach Hund) immer noch schwierig, aber sein Leinenfrust ist wesentlich besser geworden. Es hat übrigens ca. ein halbes Jahr gedauert, bis wir einen echten Unterschied bemerken konnten.

Außerdem hatte sich Loki’s Alltag Ende 2017 ziemlich geändert: Ich ging nach ca. einem Jahr Auszeit wieder arbeiten und er war tagsüber alleine. Da ich nur 32-Stunden pro Woche arbeiten ging, kam er gut damit klar. Im ersten halben Jahr bin ich mittags immer nach Hause gependelt und ging mit ihm Gassi. Im Sommer wurde das dann keine Option mehr, da es einmal zu heiß wurde (und wir unsere Gassizeiten dadurch anders gelegt hatten) und weil mein (damaliger) Arbeitgeber weiter weggezogen war. Da ich zu dieser Zeit viel früher auf Arbeit ging und dadurch eher heim konnte, war das für Loki auch okay. Mit dem Alleinebleiben haben wir – zumindest Zuhause – glücklicherweise keine Probleme.

Trennungsprobleme im Osterurlaub 2018

Osterurlaub am MeerZu Ostern sind wir 2018 wieder an die Ostsee gefahren. Für Loki war es das zweite Mal dort und wir hatten wieder eine Ferienwohnung gemietet. Beim ersten Mal war ihm vor Aufregung am ersten Tag ein kleines Malheur passiert. Ein Jahr später war dies nicht der Fall. Die zahlreichen Hundebegegnungen dort oben hatte er auch schon deutlich besser gemeistert, auch, wenn er immer noch sehr aufgeregt war. Ein Problem hatten wir jedoch: Da der Rest meiner Schwiegerfamilie in einer anderen Wohnung untergebracht war, mussten wir ihn für die Mahlzeiten sehr oft am Tag alleine lassen. Ab und zu kamen sie auch vorbei. Das hatte zur Folge, dass Loki sich alleine nicht entspannen konnte. Er war ständig in Erwartung auf den Besuch oder er war frustriert, weil er nicht mit durfte (in deren Ferienwohnung sind keine Hunde erlaubt). Das war für alle sehr stressig zu mal die Wohnung im Erdgeschoss lag und ständig irgendjemand vorbei lief, wodurch er immer in Alarmbereitschaft war. Dadurch hat er natürlich auch zu wenig geschlafen, was seine allgemeine Nervosität verstärkt hat – ein Teufelskreis 🙁

Dieses Jahr fahren wir ja wieder hoch und ich bin schon sehr gespannt, welche Fortschritte er weiter gemacht hat. Wir haben bewusst eine andere Wohnung gemietet, die sich nicht im Erdgeschoss befindet und die einen Balkon hat. Aber der Rest der Familie wird wieder dieselbe hundeunfreundliche Wohnung beziehen. Mal sehen, wie er dann mit den „Alleinzeiten“ klarkommt.

Ängste und Trainingserfolge ab Mitte 2018

Österreich Urlaub mit HundDer Sommer war 2018 für uns vor allem eins: extrem heiß. Daher haben wir viel Zeit im Wasser verbracht und versucht Loki das Schwimmen näher zu bringen. Dafür hatten wir ihm sogar eine Schwimmweste besorgt. Trotzdem hat er bis heute Angst tiefer reinzugehen, sobald er den Halt unter den Pfoten verliert will er wieder aus dem Wasser. Im Spätsommer/Herbst habe ich schon deutliche Erfolge in unserem Leinenführigkeitstraining bemerkt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon Instagram-Kanäle wie @listenhundliebe und @apairofaussies entdeckt und deren Beiträge haben mir beim Training besser weiterhelfen können als die Ratschläge der Hundetrainer, bei denen wir bisher waren. Seitdem versuchen wir mit Loki viel über die Körpersprache zu kommunizieren, was ganz gut klappt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch immer mehr Hundebegegnungen erfolgreich gemeistert. Rückschritte gab es für uns zwar immer wieder mal, aber das ist okay, denn unsere Tagesform ist ja auch nicht jeden Tag gleich.

Zu Weihnachten waren wir wieder in der alten Heimat und dort konnte er sich richtig gut entspannen. Das war 2017 gar nicht möglich gewesen. Aber im Verlauf des Jahres 2018, und mit jedem Besuch dort (und auch während unserer Flitterwochen/Urlauben in Österreich oder Harz), hat Loki immer mehr gelernt auch in ungewohnte(re)n Umgebungen zur Ruhe zu kommen. Ich bin/war ja so stolz!

Ende 2018: Unser Hund wird erwachsen!

Generell kann ich sagen, dass 2018 für uns als Hund-Mensch-Team ein gutes Jahr war. Wir sind im Training einen Riesenschritt weitergekommen und das motiviert mich ungemein. Immer erleben wir Situationen, wo er inzwischen ein anderes Verhalten zeigt. Beispielsweise hatte letztens ein Nachbar geklingelt und mich in ein längeres Gespräch verwickelt. Loki kam dann irgendwann dazu, war aber ganz ruhig und hat sofort akzeptiert, dass er nicht hin darf und sich von sich aus sogar hingelegt und stumm abgewartet. Das wäre in seiner Junghundezeit undenkbar gewesen. Da hätte er meine Anweisungen ignoriert und sich freudig auf den „Besuch“ gestürzt.

Loki ist zwar immer noch sehr aufgeregt manchmal, aber er hat gelernt sich selbst besser zu regulieren. Ich habe ein Entspannungswort eingeführt, woraufhin er gelernt hat sich runterzufahren und hinzusetzen. Konsequentes Decken- und Boxentraining hat uns genauso geholfen wie klare Grenzen im Alltag abzustecken und diese auch durchzusetzen. Loki ist generell ein Hund, der Anweisungen gerne hinterfragt und seinen eigenen Kopf durchsetzen mag. Aber er respektiert mittlerweile Grenzen und Regeln besser, als noch am Anfang seiner Pubertät.

Unser kleiner schwarzer Labrador, der das Nesthäkchen seines Wurfs war, wird langsam erwachsen!

Unsere Ziele bzw. Vorhaben für 2019

Labrador Loki mit Frauchen am SeeLetztes Jahr hatten wir es leider nicht mehr geschafft, aber vielleicht schaffen wir es 2019: Ich möchte mit Loki gerne mal an einem Social Walk teilnehmen. Bei diesem geht man mit ausgewählten Hunden, die alle angeleint sind, zusammen spazieren. Dabei lässt man zum nächsten Hund-Mensch-Team etwas Platz, so dass die Individualdistanz des eigenen Hundes gewahrt wird und dieser lernt, dass andere Hunde nicht gleich Spiel oder Konfrontation bedeuten. Sie sind einfach nur da und gehen zufällig denselben Weg lang.

Weiterhin würde ich gerne mal eine Schnupperstunde im Mantrailing mitmachen. Trotz seiner Aufgeregtheit setzt Loki gerne mal seine Nase ein und ist schon recht erfolgreich beim Dummy suchen. Daher denke ich, dass uns das Spaß machen könnte.

Natürlich wollen wir auch unsere bisherigen Fortschritte in Sachen Leinenführigkeit und Hundebegegnungen dieses Jahr weiter ausbauen. Auch das Entspannen, besonders in fremden Umgebungen oder draußen, wollen wir weiter üben.

Und was hast du dir für dieses Jahr beim Training mit deinem Hund vorgenommen?

Alle Teile unserer Pubertätsreihe:

Teil 1: 6. bis 9. Lebensmonat

Teil 2: 9. bis 11. Lebensmonat

Teil 3: 12. bis 14. Lebensmonat

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