7 Tipps für Barf-Anfänger: So klappt die Umstellung auch bei empfindlichen Hunden

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Seit Ende Juni wird Loki von uns gebarft, dass heißt er wird biologisch artgerecht roh gefüttert. Was uns genau dazu bewegt hat, wie wir die Umstellung gemacht haben sowie 7 praktische Tipps rund um’s Thema BARF liest du jetzt! 

Wie wir zum Barfen kamen

Labrador Loki mit Barf Plan

Ehrlich gesagt dachte ich früher, dass Barfer wie eine kleine Glaubensgemeinschaft sind, die es mit der Hundeernährung völlig übertreiben. Auch unsere Züchterin hatte uns davon abgeraten(!) rohes Fleisch zu verfüttern, weil es den Hund angeblich viel zu aktiv(!) machen würde. Dass das völliger Quatsch ist, ist mir heute klar. Aber als frisch gebackener Ersthundehalter war ich damals recht verunsichert und blieb erst einmal bei dem Trockenfutter, welches er schon bei der Züchterin bekommen hatte.

Allerdings stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass das ein Fehler war, denn er hatte eine Futterunverträglichkeit. Im Welpenalter war Loki’s Kot meistens sehr weich und er machte mindestens vier oder fünf Mal pro Tag. Oft hatte er auch Durchfall. Daher riet uns seine Tierärztin dazu schnellstmöglich das Futter zu wechseln. Wie du vielleicht weißt, haben wir uns seitdem durch mehrere Sorten Trockenfutter getestet. Trotz steigender Qualität hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Loki das Trockenfutter gab. Er hatte es zwar ganz gerne gegessen, aber ich hatte Zweifel, ob es das Richtige ist.

Im Herbst letzten Jahres schlug dann Loki’s Allergie vollends durch, deren Ursache bis heute nicht zweifelsfrei identifiziert werden konnte. Durch seine Ausschlussdiät, die wir in diesem Zuge gemacht hatten, sind wir dann zum hochwertigen Nassfutter gewechselt.  Durch Das Geben von Nassfutter hatte sich das schlechte Gewissen zwar etwas gebessert, zu mal er es deutlich lieber fraß. Aber das Thema BARF hatte mich nie ganz losgelassen und ich wollte es irgendwann unbedingt einmal ausprobieren. Herrchen war zu diesem Zeitpunkt übrigens noch nicht so überzeugt. Nicht zuletzt, weil es (vermeintlich) viel einfacherer ist einfach eine Dose zu öffnen als zu barfen.

Nach unserer Hochzeitsfeier hatte ich ihn dann soweit überzeugt, dass wir es mal ausprobieren. In erster Linie wollten wir testen, ob es sich positiv auf Loki’s Allergiesymptome auswirkt. Im Mai fing ich dann an mich zu dem Thema BARF zu belesen und kaufte mir auch diverse BARF-Ratgeber. Allerdings war ich schier überwältigt von der Masse an (zum Teil widersprüchlichen) Informationen dazu und war völlig überfordert. Auf keinen Fall wollte ich einen Fehler machen, so dass es Loki (noch) schlechter geht.

Dann kam mein „rettender Engel“ in Gestalt von Dini von Hundekinder Futtercoach, die mit mir zusammen unser Buch geschrieben hatte. Sie bot mir an ein bis zwei Futterpläne (nach Swanie Simon) individuell für Loki zu erstellen und uns dann zu besuchen, um die Details zu besprechen. Sie hatte mir den entscheidenden Push gegeben das Barfen auszuprobieren und mir Mut gemacht. Außerdem hatte sie, selbst nach unserem Treffen, geduldig meine Millionen Fragen beantwortet. Dafür noch einmal vielen Dank, liebe Dini!

7 Tipps, wie die Umstellung zu Barf problemlos klappt

Fotocollage Barf Aufbewahrung

Der Futterplan war für mich schon die halbe Miete und ich kann wirklich nur jedem empfehlen ihn (vor allem beim ersten Mal) professionell von einem Hundeernährungsberater erstellen zu lassen. Nun wusste ich ganz genau wie viel Muskelfleisch, Knochen, Fett, Pansen, Innereien und Fisch Loki bekommen sollte. Auch für die Zusätze gibt es Richtwerte, an die ich mich halte.

Beim Muskelfleisch habe ich mich für Kaninchen und Truthahn entschieden, beim Pansen für Lamm. Fisch bekommt Loki einmal pro Woche in Form von ganzen Sprotten oder Heringen. Außerdem gibt es Hühnerhälse als Knochen und Pferdefett. Das Fleisch bestellen wir übrigens online und es kommt (selbst im Hochsommer) immer tief gefroren in einzelnen 500 g-Packungen bei uns an.

Als Zusätze kriegt er momentan Lachsöl, Seealgenmehl sowie (aktuell da er im Fellwechsel ist) Bierhefe. Zu jeder Mahlzeit gibt es eine Obst- und Gemüsemischung auf die ich später noch einmal eingehen werde.

1. Stelle ganz langsam mit gewolftem Fleisch um

Fotocollage gewolftes Fleisch

Wir füttern prinzipiell alles gewolft, da dies bekömmlicher für den Hund ist. Gerade bei Hunden wie Loki, die schnell Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt kriegen, würde ich extrem langsam umstellen. Dini hatte uns sogar einen Fastentag empfohlen, aber wir haben das nur einen halben Tag durchgezogen. Besonders beim Fett, dem Pansen, Knochen und Innereien haben wir uns sehr langsam an die Enddosis rangetastet. Die Umstellung hat ungefähr einen Monat gedauert und ich habe mir jeden Tag notiert, wie viel er von jeder Komponente bekommen hat und wie es sich auf seinen Stuhlgang ausgewirkt hat. Um seinen Energiebedarf zu decken, haben wir am Anfang noch etwas gekochte Nudeln dazu gegeben.

2. Portioniere nur für den nächsten Tag vor

Wie oft und wie man portionieren sollte, und wo ich alles gekühlt aufbewahren sollte, war mir Anfangs ein echtes Rätsel. Ich kenne viele, die stundenlang in der Küche stehen, um für drei bis vier Wochen vor zu portionieren. Gerade bei mehreren Hunden wird das dann schnell zu einem Marathon. Dass das auch wesentlich entspannter und zeitsparender geht, hat mir ebenfalls Dini gezeigt. Wir portionieren wie sie immer nur für den nächsten Tag vor.

3. Stelle dir einen Alarm damit du nicht vergisst das Fleisch aufzutauen

Damit ich nicht vergesse rechtzeitig sein Fleisch aufzutauen, habe ich mir für Nachmittags einen Alarm auf dem Handy gestellt. Hierbei ist es wichtig, dass dieses während des Auftauens nicht luftdicht verschlossen sein sollte, da sich sonst schädliche Toxine bilden können.

4. Portioniere ein Mal pro Woche das Obst und Gemüse vor und friere es ein

Und so sieht unsere Barf-Routine aus: Seine Obst- und Gemüsemischung mache ich einmal in der Woche fertig. Hier musst du auch nicht übertrieben viel kaufen. Für Loki hole ich meistens einen Salat, 1 Gurke, 1-2 Bananen, 1 Apfel, 1 Zucchini und/oder 2-3 Möhren. Das wandert dann alles mit etwas Wasser in den Mixer und wird gut durch püriert. Anschließend wird es für die kommende Woche eingefroren.

Somit muss ich jeden Tag nur die tierischen Komponenten vor portionieren. Ungefähr anderthalb Stunden nach dem Auftau-Alarm beginne ich damit das Frühstück und Abendbrot für den kommenden Tag vorzubereiten. Dafür brauche ich mittlerweile nur 5-10 Minuten, da ich nur die tierischen Komponenten portionieren muss. Anschließend kommt noch die jeweilige Menge Obst- und Gemüse dazu. Seine Zusätze gebe ich aber immer frisch. Ab und zu kriegt er auch etwas Magerquark oder Hüttenkäse ins Futter.

Nachdem ich fertig bin wandert sein Frühstück in den Kühlschrank und sein Abendbrot kommt wieder in den Tiefkühlschrank. Am nächsten Morgen nehme ich sein Frühstück aus dem Kühlschrank, damit es Zimmertemperatur annehmen kann. Sein Abendbrot kommt dann zum Auftauen über den Tag in den normalen Kühlschrank.

Extra-Tipp: Den Inhalt angefangener Packungen bringe ich übrigens in Tupperwaren oder Gefrierbeuteln unter, damit diese nicht auslaufen.

5. Achte auf die Hygiene und investiere in Küchenhelfer

Für’s Barfen habe ich aus Hygiengründen extra Brettchen gekauft, die nur dafür genutzt werden. Das portionierte Fleisch und Gemüse kommt dann in Tupperwaren, hierfür habe ich die Tupperdosen von Amazon Basics * genommen, die es in einem praktischen Dreierpack gibt und die für seine Futtermenge völlig ausreichend sind. Den Mixer und eine Küchenwaage hatten wir bereits vorher schon, aber die sind auf jeden Fall essentiell. Zum Portionieren der Obst- und Gemüsemischung habe ich noch 2 XXL-Eiswürfelbehälter aus Silikon gekauft. Loki bekommt pro Mahlzeit einen Würfel seines Obst- und Gemüsepürres.

Ein paar Mal die Woche reinigen wir Loki’s Näpfe im Geschirrspüler. Zwischen diesen Reinigungen machen wir seinen Napf nach jeder Mahlzeit mit einem separaten Schwamm sauber. Den Schwamm verwenden wir auch zur Reinigung seiner Barf-Sachen und wechseln ihn einmal pro Woche aus. Zum Putzen der Oberflächen nehmen wir ein extra Wischtuch sowie ein desinfizierendes Küchenspray.

6. Investiere (bei Bedarf) in einen extra Gefrierschrank

Und wo und wie lagere ich das ganze Fleisch? Eine berechtigte Frage, die ich mir bis vor kurzem gestellt habe. Wir haben eine Kühlschrank-Tiefkühl-Kombination, die drei Tiefkühlfächer besitzt. Am Anfang haben wir Loki’s Fleisch und Gemüse im größten Fach untergebracht, wobei wir die Packungen aufrecht (wie Akten) gestapelt haben. Allerdings stieß ich recht schnell an meine Grenzen und musste auf die anderen Fächer ausweichen, so dass wir selber fast gar keinen Platz mehr hatten. Wenn ich dann neues Futter nachbestellt hatte, aber das alte nicht komplett verbraucht hatte, musste ich schon ziemlich quetschen, um alles unter zu bekommen.

Da Herrchen keine Pansen im Kühlschrank haben wollte, da diese stark riechen, hatte Loki gleich zu Beginn seinen eigenen Minikühlschrank. Seit einigen Tagen hat er auch (endlich!) seinen eigenen Gefrierschrank und ich freue mich wieder mehr Platz für uns zu haben. Ob dein Hund seinen eigenen Kühl- oder Gefrierschrank braucht, sei dahingestellt. Für uns ist es auf jeden Fall schon jetzt eine Erleichterung.

7. Barf-Alternativen für den Urlaub

Und was mache ich im Urlaub? Auch eine berechtigte Frage ist, wie man außerhalb der eigenen vier Wände barfen soll. Wir waren Anfang September im Urlaub und hatten zwar einen Kühlschrank, aber ich war mir unsicher, ob ein Gefrierschrank vor Ort ist und wie groß dieser ist. Da ich noch einige Dosen seines früheren Nassfutters übrig hatte, haben wir das während unseres Urlaubs gefüttert. Ideal war dies nicht, denn er hatte ein paar kleinere Magen-Darm-Probleme, obwohl das Futter nicht neu für ihn war.

Vielleicht werden beim nächsten Mal auf Trockenbarf oder auf Reinfleischdosen zurückgreifen. Obst und Gemüse kann man für ein paar Tage aus speziellen Dosen oder aus Obst/Gemüsegläschen für Babys füttern.

Was hat sich durch das Barfen geändert?

Loki auf der Wiese

Manche Hunde, die gebarft werden, müssen angeblich nur noch einmal alle paar Tage groß. Das hatte ich zumindest mal irgendwo aufgeschnappt. Das ist bei Loki nicht so. Er macht 2 bis 3 Mal pro Tag seinen Haufen. Allerdings hat sich dieser von der Menge und Konsistenz her verändert. Seine Haufen sind wesentlich kleiner und viel fester als früher. Den größten Unterschied sieht man aber an seinem Fell: Es ist viel seidiger und glänzender geworden. Außerdem sind seine Zähne noch weißer und seine Pfoten sind nicht mehr so extrem trocken. Er sieht generell „gesünder“ aus.

Seine Allergiesymptome haben sich bisher allerdings kaum verändert. Vor unserem Urlaub war es deutlich besser gewesen, aber aktuell kratzt und nagt er sich wieder sehr. Ich habe mir vorgenommen dies jetzt wieder häufiger zu dokumentieren, da vor etwa einem Jahr um diese Zeit seine Allergie richtig schlimm geworden war.

Alles zusammen bin ich mittlerweile vom barfen überzeugt und gerade die Woche ohne haben mir gezeigt, wie gut sein Körper das Barf veträgt. Ich hoffe, ich konnte jedem, der Interesse hat aber noch ängstlich ist, mit diesem Beitrag etwas Mut machen. Es ist nicht so kompliziert und umständlich, wie man es vielleicht vermutet. Und es ist wesentlich günstiger als das hochwertige Nassfutter, was wir vorher gegeben hatten.

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