Allergikerhunde: Hilfe, mein Hund hat eine (Futtermittel?) Allergie!

Fotocollage Allergie bei Hunden

Im September fiel es uns zuerst richtig auf: Loki fing auf einmal an verstärkt an seinen Pfoten zu nagen. Ich dachte zuerst es sei die Kräutermischung von Terra Canis, die ich ihm damals erst seit ein paar Tagen zugefüttert hatte. Doch selbst nachdem ich diese abgesetzt hatte wurde seine Knabberei nie wirklich besser. Wir bemerkten zeitgleich das sein Hormonchip auf einmal aufhörte zu wirken und vermuteten, dass es wohl damit zusammenhängt.

Rückblickend, und wenn man auf die Anzeichen mehr achtet, scheint Loki schon länger eine Allergie zu haben. Er hatte schon immer irgendwie recht häufig genießt, gerade wenn er auf dem Rücken lag. Oder er hat sich sehr häufig gekratzt, meistens wenn wir von einer Gassirunde wiederkamen. Oder als er sein Welpenfutter nicht vertragen hatte.

Doch als es dann im Oktober immer schlimmer wurde – man musste ihn manchmal sogar aktiv davon abhalten an seinen Pfoten zu nagen – sind wir dann zum Tierarzt. Dort wurde Herr Labrador negativ auf Milben und Flöhe untersucht. Unsere Tierärztin will nun eine Futtermuttelallergie ausschließen, da diese recht häufig vorkommt. Wie wir mit dieser Diagnose umgegangen sind und was das alles für Loki’s Ernährung bedeutet erfährst Du jetzt!

Und nun? Ausschlussdiät!

 

Schwarzer Labrador auf Diät

Futtermittelallergien kommen tatsächlich recht häufig vor. Ich persönlich kenne gleich drei Hunde, die auf Rindfleisch und co. allergisch sind. Doch wie findest Du heraus, ob dein Hund eine Futtermittelallergie hat? Diese Frage beantwortete unsere Tierärztin mit den Worten „Ausschlussdiät“. Das bedeutet, dass der Hund ein spezielles Futter bekommt, welches nur eine Protein- und eine Kohlenhydratsorte hat. Am besten sollte das Protein, also Fleisch, etwas sein, was der Hund vorher noch nie hatte. Solch eine Diät sollte mindestens 6 Wochen (besser sind acht) durchgezogen werden. In dieser Zeit darf er nix anderes bekommen. Und ich meine wirklich GAR NICHTS. Für mich war das schon eine kleine Katastrophe, da wir so viel mit Futter belohnen (und die Kopfarbeit ja auch darauf aufbaut).

Unsere Tierärztin empfahl uns ein Tierarztfutter, welches ein hydrolysiertes Protein hat. Das heißt es wurde so oft aufgespaltet, dass es vom Körper gar nicht als Protein wahrgenommen wird – vereinfacht ausgedrückt). Mir gefiel die Idee zwar nicht, aber ich bestellt es trotzdem, da der Hersteller auch gleich die passenden Leckerli mitlieferte. Als es dann ankam war die Überraschung groß: Loki mochte es nicht, insbesondere die Leckerlis. Die spukte er vor meinen ungläubigen Augen einfach wieder aus. Und das nicht nur einmal. Sowas hatte ich noch nie erlebt. Die Deklaration des Futters war auch nicht gerade vertrauenserweckend. Und nun?

Von Trockenfutter auf Allergiker-Nassfutter

 

Hundefutter hypoallergen Allergikerfutter Känguru

Die Eltern meines ehemaligen Bürohundes schwören ja auf die Marke Terra Canis (das ist übrigens kein gesponsorter Beitrag!) und ich hatte schon auf diversen Social-Media-Kanälen gehört, dass die auch hypoallergene Sorten haben – ideal für Allergiker also! Das coole ist, dass das Futter quasi vorgekocht wurde und das man die Zutaten an einer Hand abzählen kann.

Ein großer Nachteil ist allerdings, dass das Futter der Marke wirklich sehr sehr sehr teuer sind, vor allem das Allergikerfutter. Gerade bei einem großen Hund wie Loki verbraucht man locker mindestens 2 Dosen (á 400g) pro Tag. Im Monat haben wir nun in etwa 300 Euro Futterkosten – und das dank einem Rabattprogramm unseres Zoofachhandels und ohne die Knabbereien mitzuzählen. Doch auch Herrchen war der Meinung, dass das der richtige Weg ist, wenn Loki eine Ausschlussdiät halten muss. Schließlich wollen wir unserem Hund kein Futter geben wo wir nur rätseln können, was sich hinter der Deklaration verbirgt.

Und wie verträgt er es?

Und nun kriegt unser Spinnerlein, was sein Leben lang nur Trockenfutter kannte, Nassfutter. Ich war wegen der Umstellung etwas nervös und hatte mich schon auf Durchfall eingestellt, da wir das neue Futter von einem Tag auf den anderen geben mussten (da sein altes Trockenfutter so gut wie alle war). Ich kann mich noch sehr gut an das erste Mal erinnern, als er sein neues Futter bekam. Normalerweise schlingt er sehr, aber damals stand er sogar mehrere Minuten am Napf und hatte mit einer solchen Wonne gefressen. Als er dann noch seinen Napf wahnsinnig lange noch ausgeleckt hatte wussten wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten.

Schon am nächsten Tag war ich über seinen Kot äußerst positiv überrascht – er war noch fester und „wohlgeformter“ als sonst. Das ist bis heute so und die Häufchen sind auch ein kleines bisschen kleiner geworden. Sein Fell ist außerdem noch eine Spur schöner und glänzender geworden.

Futtertube, Kong und spezielle Känguru-Leckerlis – unser neues Belohnungssystem

 

Futtertube Belohnung mit Futter Allergiker

Nun war die Frage nach dem Hauptfutter für uns geklärt, auch, wenn unser Geldbeutel darunter ganz schön leidet. Nun gab es eine weitere Herausforderung: Wie soll ich Loki während der Ausschlussdiät belohnen? Spielzeug interessiert ihn nicht sonderlich draußen und nur mit Worten und Streicheleinheiten kann ich bei ihm keinen Blumentopf gewinnen. Dann kam mir die Idee sein Futter einfach zu pürieren und in eine Futtertube umzufüllen. Seine bisherige Futtertube war dafür allerdings unpraktisch, da der Deckel aufgrund des häufigeren Gebrauchts einfach mit abging. Unsere neue Futtertube hat dagegen einen Schraubverschluss und wir sind mehr als zufrieden mit dieser!

Das pürierte Futter kann ich außerdem prima für seine Kongs zum befüllen nehmen. Die liebt er nämlich über alles und bisher waren die immer mit Banane gefüllt. Leider darf Loki während der Ausschlussdiät kein weiteres Obst und Gemüse essen bis auf Pastinake (die einzige Kohlenhydratquelle unseres Terra Canis‘ Futter).

Soweit so gut, nur bei der Kopfarbeit war die Futtertube nicht zu gebrauchen. Loki ist es ja gewöhnt seinen Futterdummy zu suchen oder Futter in der Wohnung zur geistigen Auslastung zu suchen. Das wollte ich auf jeden Fall beibehalten. Daher machte ich mich auf die Suche nach einem Anbieter, der Leckerlis aus purem Känguru anbietet. Känguru ist nämlich die einzige Fleischsorte, die der Spinner aktuell haben darf. Anfangs machte ich noch den Fehler und kontrollierte nicht genau die Inhaltsstoffe, da ich mich darauf verließ das z.B. „Monoprotein Känguru“ nur Kämguru beinhaltet. Dieses Lehrgeld musste ich leider zahlen.

Allergisch auf Apfelrohfaser?!

Mittlerweile achte ich nicht nur darauf, dass die Leckerlis zu 100% Känguru aufweisen (die sind echt schwer zu finden!). Sie dürfen auch kein Apfelrohfaser enthalten, denn dagegen scheint Loki allergisch zu sein. Ich weiß bis heute nicht genau, was das ist, aber es scheint auch unter dem Namen Pektin vorzukommen, was bei Menschennahrung als Gelier- oder Bindemittel verwendet wird. Leider ist das Zeug in vielen Leckerlis enthalten, die sonst nur 100% Kängurufleisch haben. Uns ist es aber schon bei drei unterschiedlichen Leckerlis passiert, dass er darauf mit Übelkeit und Erbrechen reagiert. Und das leider nicht zu knapp.

Diät? Pah! Dann suche ich mein Fressen halt draußen

Eine weitere Hürde ist Loki’s gesteigerte Verfressenheit. Im Moment kriegt er ja etwas weniger als gewohnt und ist draußen ziemlich krass auf Futtersuche. Das macht er selbst dann, wenn wir ihm mehr von seiner Hauptnahrung geben. Die Bedeutung von „Pfui“ und „Aus“ vergisst er immer wieder und letztens hat er sogar eine Bananenschale erwischt und ist mit der (an der Schleppleine) davon gerannt. Solche Sachen verfälschen natürlich die Ausschlussdiät und streng genommen wird dann „die Uhr zurückgestellt“ und man muss von vorne anfangen. Da Loki in wenigen Wochen kastriert wird und nüchtern sein muss mache ich gerade Maulkorbtraining mit ihm, so dass er draußen nichts Fressbares mehr aufnehmen kann.

Allergiebegleiterscheinungen

 

schwarzer Labrador kuschelt auf Schoß

Nachdem unsere Ärztin eine Allergie diagnostiziert hatte bekamen wir ein Antiallergikum in Tablettenform mit. Dieses gaben wir ihm über mehrere Wochen aber seine Symptome sind nur zeitweise besser geworden. Als wir die Tabletten ausschleichen mussten wurde es wieder richtig schlimm mit dem Pfotennagen. Ich war ziemlich ratlos und daher machte ich wieder einen Termin beim Arzt aus. Vorab hatte uns die Sprechstundenhilfe gesagt, dass er wohl einer der wenigsten Hunde sei, bei denen dieses Antiallergikum nicht richtig wirkt. Na toll!

Kurz vor unserem Tierarzttermin hatte Loki buchstäblich über Nacht total verschleimte Augen bekommen. Da diese auch während des Tages nicht besser wurden, sind wir abends dann ungeplant zum Tierarzt gefahren. (Ja, die Tierarztkosten sind bei einer Allergie auch nicht zu vernachlässigen!). Unser Ärztin stellte dann fest, dass Loki’s Beschwerden mit seiner Allergie zusammenhängen. Er hatte richtig rote Bläschen in seinem dritten Augenlid gehabt. Daher gab es für eine Depotspritze mit Kortison sowie Augentropfen, die wir ihm die nächsten Tage vier Mal täglich geben musste.

Schon nach ein paar Tagen waren seine Augen wieder gut, aber durch die Spritze wurde sein Stuhl recht wässrig und er hatte ein paar Mal Durchfall. Davor hatte uns unsere Tierärztin nicht gewarnt. Sie hatte nur erwähnt, dass er jetzt mehr trinken könnte. Das konnten wir bislang nicht wirklich beobachten, dafür aber war sein Appetit die ersten Tage nach der Spritze noch größer. Außerdem war er durch den Spritze recht schläfrig und kuschelbedürftig.

Wie geht es weiter?

Nach etwa drei Wochen soll die Wirkung der Spritze nachlassen. Wir sind gespannt, was dann noch auf uns zukommt. Dann wäre auch Loki’s Kastration und wir wollen die Ausschlussdiät (sicher ist sicher) wahrscheinlich noch bis Ende des Jahres machen. Danach werden mit Testen anfangen – zuerst sein altes Futter und dann Wochenweise zusätzlich jede Fleischsorte füttern, die er bisher hatte. Sollte das alles nix bringen müssen wir dann auf die teuren Blut- und Allergietests zurückgreifen.

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