Futterumstellung: 6 Anzeichen für Futterunverträglichkeiten [Infografik]

Fotocollage Futterunverträglichkeit Hund

Loki gehört zu den Hunden, die einen sehr empfindlichen Magen-Darm-Trakt haben. Da reichen schon etwas Stress oder Aufregung aus, dass dieser komplett aus dem Gleichgewicht gerät. Durchfall und Blähungen sind dann oftmals die Folge. Wie sehr das Futter das Wohlbefinden des Hundes beeinflusst, unterschätzen viele (Erst-)Hundebesitzer. Sie erkennen oftmals auch die Anzeichen für eine Futterunverträglichkeit nicht. Uns ging es am Anfang zugegeben genauso. Doch mittlerweile wissen wir es besser.

Vorsicht bei Welpenfutter vom Züchter

 

Schwarzer Welpe mit Hundebett

 

Damals als wir Loki von seiner Züchterin abholen durften, versorgte diese uns mit einem großen Paket Welpenfutter einer bekannten Marke. Sie hatte das Futter nach der Umgewöhnung von der Welpenmilch auf feste Kost gefüttert und wir sollten das unbedingt die erste Zeit weiter füttern. Im Prinzip ist das auch richtig, denn für das Hundekind ist es schon Stress pur aus seinem gewohnten Umfeld weg zu müssen und seine Wurfgeschwister und Mama nicht mehr zu sehen.

Im Nachhinein betrachtet war aber die Wahl des Futters der Züchterin nicht die Beste. Dass es Getreide enthielt rechtfertigte sie mit der Annahme, dass Hunde bei getreidefreiem Futter besonders zappelig werden. Mittlerweile kriegt Loki ja ein komplett getreidefreies Futter und seine Aufgedrehtheit ist dadurch nicht schlimmer geworden. Wir konnten also nicht feststellen, dass ein Hundefutter ohne Getreide etwas mit seinem Aktivitätspensum oder mit seiner Aufgeregtheit zu tun hat.

Magen-Darm-Probleme und Giardien

 

In den ersten vier Monaten, in denen Loki bei uns war, haben wir sein Welpenfutter weitergefüttert. Geplant war ursprünglich auch auf die Phase 2 des Futters umzustellen, die speziell für Junghunde ab dem 6. Monat ist. Zu dieser Zeit hatte Herr Labrador erhebliche Magen-Darm-Probleme. Er hatte mindestens vier Mal am Tag gekotet und die Häufchen waren in der Regel recht breiig sowie verhältnismäßig groß. Außerdem pupste er (zum Leidwesen meiner Kollegen) echt viel und es roch wirklich richtig schlimm. Wir dachten anfangs die Blähungen kämen von dem ganzen Zeug, was Herr Labrador auf jeder Gassirunde draußen so findet und fressen mag.

 

Dann kam die Zeit, wo sich Loki mit Giardien angesteckt hatte. Die medikamentöse Behandlung der Einzeller hatte seinen Verdauungsapparat komplett zerstört. Schonkost war dann erst einmal angesagt und Loki bekam Reis mit Hähnchen und Möhren. Außerdem wurde unserem Hund noch Präparate für eine Darmsanierung verschrieben. Woche für Woche wurden seine Beschwerden besser und er hatte keinen krassen Durchfall mit Blut im Stuhl mehr.

 

Hat Loki eine Futterunverträglichkeit?

 

Schwarzer Labrador Welpe im Park

 

Jedoch blieb es dabei, dass er recht häufig sein großes Geschäft erledigen musste und dieses recht weich war. Seine Ausdünstungen waren immer noch wie ein kleiner „Giftgas-Angriff“. An einem Freitag im Büro merkte ich dann, dass Loki einen recht aufgeblähten Bauch und offenbar Schmerzen hat. Er wirkte sehr unruhig und gestresst und fraß draußen immer wieder Gras. Kurze Zeit später hatte er auch wieder Durchfall. Die Angst, dass die Giardien wieder zurück sind, war plötzlich präsent.

Daher machte ich gleich einen Termin beim Tierarzt. Am frühen Abend saßen wir dann über zwei Stunden in einem überfüllten Wartezimmer. Unsere eigentliche Tierärztin war krank und eine mir unbekannte Ärztin hatte die Praxis übernommen. Diese untersuchte ihn sehr gründlich und entschied dann Loki zu röntgen um auszuschließen, dass er etwas verschluckt hat. Ich durfte nicht mit was schlimm war, denn der Kleine schrie wie am Spieß während des Röntgen. Das Ende vom Lied war, dass unser Hund lediglich eine Menge Luft im Bauch hatte. Er bekam dann eine Spritze und wir durften wieder nach Hause und waren über 100 Euro ärmer.

 

Trotzdem hielten seine Beschwerden an – mal mehr und mal weniger schlimm. Bis er eines Morgens auf einmal mehrfach in der Wohnung groß machte. Bei den ersten beiden Malen kam auch etwas raus, danach nur noch Schleim und Blut. Wieder zurück beim Tierarzt (unsere eigentliche Ärztin war wieder da) wurde erneut eine mitgebrachte Kotprobe untersucht. Er hatte weder Würmer noch Giardien. Das war die gute Nachricht bei der wir sehr erleichtert waren. Jedoch war sein Stuhl recht fettig.

Unsere Ärztin kam dann zum Schluss, dass wir unbedingt das Futter wechseln sollen, da das jetzige recht fetthaltig ist und Herr Labrador diesbezüglich recht empfindlich ist. Mittlerweile haben wir sogar die Vermutung, dass unser Spinnerlein auch Getreide nicht besonders gut verträgt. Daher versuchen wir seit einer Weile komplett darauf zu verzichten.

 

So stellst Du das Futter schonend um

 

Gesagt getan. Wir suchten uns ein besonders fettarmes und getreidefreies Hundefutter aus und stellten um. Eine Futterumstellung sollte über mehrere Tage schrittweise erfolgen. Niemals solltest Du das Futter Deines Vierbeiners von heute auf morgen komplett umstellen. Wir haben das über einen Zeitraum von einer Woche gemacht und uns in etwa an folgenden Plan des Herstellers gehalten:

 

  • 1. und 2. Tag: 75% altes Futter + 25% neues Futter
  • 3. und 4. Tag: 50% altes Futter + 50% neues Futter
  • 5. und 6. Tag: 25% altes Futter + 75% neues Futter
  • 7. Tag: 100% neues Futter

 

Nach einigen Tagen haben wir dann schon erste Erfolge feststellen können. Loki hat nur noch selten Blähungen. Er kotet zwei bis drei Mal am Tag und die Häufchen sind recht fest und in der Regel nicht zu groß. Sein Wohlbefinden scheint sich gebessert zu haben und er hat keine Bauchschmerzen oder einen aufgeblähten Bauch mehr.

 

(Präventive) Darmsanierung und Unterstützung der Darmflora

 

Moorliquid Darmsanierung Hund

 

Das letzte Mal war sein Magen-Darm-Trakt angeschlagen, als er vor einigen Wochen einen geräucherten Knochen geschenkt bekommen hatte. Neben dem gruseligen Knochenkot (der ist fest wie Zement und ganz hell) kam dann auch Durchfall dazu. In solchen Fällen ist die Fütterung von Schonkost empfehlenswert. Diesbezüglich gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir füttern meistens gekochte Kartoffel oder Reis mit Hühnchen und Möhren. Es gibt auch Hundebesitzer, die auf die sogenannte Morosche Möhrensuppe schwören, die wir auch einmal ausprobieren wollen.

 

Du kannst auch präventiv den Magen-Darm-Trakt durch verschiedene Zusätze unterstützen. Rebecca vom Hundeblog „Les Wauz“ hat dazu einen sehr informativen Beitrag geschrieben. Wir testen gerade das MoorLiquid von Luposan*, was sie auch empfohlen hat und sind bisher recht zufrieden damit. Zusätzlich kriegt Loki auch Kokosöl und/oder Kokosflocken ins Futter gemischt. Andere Öle geben wir mittlerweile gar nicht mehr dazu, da er so empfindlich auf Fett reagiert.

 

6 Anzeichen für eine Futterunverträglichkeit oder Allergien

Infografik Futterunverträglichkeit oder Allergie

 

Manche Hunde haben auch Allergien, auf die Hundehalter erst durch ein Ausschlussverfahren oder einen entsprechenden Allergietest stoßen. Recht häufig ist die Allergie gegen Rind. Du bist Dir unsicher, ob Dein Hund sein Futter verträgt? Dann achte auf folgende Anzeichen, die Dein Hund schon zeigen könnte:

 

  • sehr häufiger Stuhlgang (4 Mal oder mehr)
  • sehr weicher oder breiiger Stuhl
  • Durchfall
  • Hautausschlag (z.B. am Bauch)
  • starke und häufige Blähungen
  • der Hund ist unruhig und/oder hat Schmerzen
Halten die Beschwerden mehrere Tage hintereinander an solltest Du auf jeden zum Tierarzt und den Kot untersuchen lassen. Gerade bei Welpen oder älteren Hunden solltest Du lieber früher zum Arzt, da ihr Immunsystem geschwächt ist und bei Durchfall die Gefahr der Dehydrierung besteht!

 

Und jetzt wollen wir von Dir wissen: Hat Dein Hund mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen?

 

*not sponsored: Das erwähnte Produkt habe ich von meinem eigenen Geld bezahlt und meine Meinung dazu wurde nicht beeinflusst.

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