So lernt Dein Hund alleine zu Hause zu bleiben – Tipps gegen Trennungsangst

Schwarzer Labrador mit Schweinchen

In unserer alten Nachbarschaft gab es zwei Hunde, die oft stundenlang gebellt und gewinselt haben. Sie kamen offenbar nicht damit zurecht alleine zu sein und litten unter Trennungsangst. Egal, ob Du ein Welpe oder einen älteren Hund hast – irgendwann solltest Du ihm beibringen alleine zu Hause zu bleiben. Wir haben Dir anlässlich zur aktuellen MiDoggy-Parade unsere Tipps und Tricks zusammengefasst damit auch Dein Hund lernt entspannt zu bleiben, wenn Du mal nicht bei ihm sein kannst.

Work-Dog-Balance

 

Labrador im Büro auf einer Decke

Vorab sollte Dir klar sein, dass Hunde Rudeltiere sind und daher gerne so oft wie möglich bei uns sein wollen. Zudem sollte ein Hund nicht den ganzen Tag alleine verbringen. Das gerade Welpen nicht sich selber überlassen werden sollten, brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen.

Falls Du nicht das Glück hast Deinen Hund mit ins Büro nehmen zu können, solltest Du Dir (am besten vorher) überlegen, wie Du Hund und Job unter einen Hut bekommst. Hundetagesstätte, Gassigehdienst oder ein Familienmitglied/Freund/Nachbar sind einige Möglichkeiten, damit Dein Vierbeiner nicht allzu lange alleine sein muss. Manche Hundehalter versorgen ihren Hund auch während ihrer Mittagspause. Oder sie haben sich mit ihrem Arbeitgeber abgesprochen, so dass sie eher nach Hause können. Homeoffice wäre ebenfalls ein guter Kompromiss, ist aber nur in manchen Berufen möglich.

Schon bevor wir Loki zu uns geholt hatten, hatte ich mir von meinem Arbeitgeber die Erlaubnis eingeholt ihn mit auf Arbeit zu nehmen. Somit ist er von klein auf den ganzen Tag mit mir zusammen. Trotzdem war es mir wichtig, dass er lernt ab und zu für ein paar Stunden alleine zu Hause zu bleiben. Das Alleine bleiben haben wir daher schon im Welpenalter mit ihm trainiert. Mittlerweile hat Loki überhaupt kein Problem damit und verschläft die Zeit während er alleine ist. Das haben wir tatsächlich ein paar Mal mithilfe einer Babyphone-App überprüft.

Die Grundvoraussetzungen für das Alleine bleiben

Bevor Du Deinen Hund für mehrere Stunden alleine lässt sollte er die Möglichkeit haben, noch einmal seine Geschäfte zu erledigen. Mit leerer Blase lässt es sich zudem viel leichter schlafen und entspannen. Achte ebenfalls darauf Deinen Vierbeiner körperlich und geistig auszulasten, bevor Du das Haus verlässt. Dies beugt Frust und Langeweile vor und Dein Fiffi wird schön müde sein und schlafen wollen. Ein langer Spaziergang samt Kopfübungen (wie Suchspiele) reichen bei Loki meistens aus um ihn kaputt zu kriegen. Allerdings hat jeder Hund ein anderes Energieniveau. Gerade in der warmen Jahreszeit sollte Dein Hund ausreichend Wasser zur Verfügung haben, aber das sollte selbstverständlich sein.

Die ersten Schritte zum Alleine bleiben

 

Schlafender schwarzer Welpe

Wie andere Verhaltensweisen oder Tricks muss auch das Alleine bleiben schrittweise trainiert und aufgebaut werden. Bei uns hat sich folgende Herangehensweise bewährt:

Alleine schlafen lernen: Loki hatte schon als Welpe gelernt nicht bei uns im Schlafzimmer zu schlafen. Stattdessen hatte er seinen eigenen Bereich, was sich auch beim Stubenreinheitstraining als sehr hilfreich herausgestellt hatte.

Grenzen ziehen: Gerade Welpen (aber auch „kontrollsüchtige“ Hunde) neigen dazu ihren Menschen überall hin folgen zu wollen. Einige Hundehalter lassen das zu, weshalb sie (überspitzt gesagt) nie wieder alleine auf die Toilette gehen können. Bei der Badezimmertür haben wir (ebenfalls) eine Grenze gezogen. So musste der Kleine lernen draußen zu warten. Sollte Dein Hund während Deiner „Toilettenpause“ bellen oder jammern solltest Du das ignorieren und erst wieder rausgehen, wenn er ruhig ist. Sonst verstärkst Du dieses Verhalten, denn der Hund lernt, dass sein Mensch wiederkommt sobald er sich so verhält.
Diese Regeln haben uns das Alleinsein-Training wirklich erleichtert. Allerdings sind sie kein Muss um Deinen Hund das Alleine sein beizubringen.

Die Zeiten des Alleinseins schrittweise verlängern

Dein Hund wird wahrscheinlich nicht von heute auf morgen alleine bleiben können. Daher solltest Du die Zeiten, in denen er alleine ist, systematisch und über mehrere Wochen (oder Monate) verlängern. Und so klappt es:

Übung #1: Ziehe dich ganz normal an und gehe zur Tür als ob Du die Wohnung verlassen möchtest. Allerdings bleibt die Wohnungstür zu und Du verlässt Deine vier Wände nicht. Wiederhole dieses Vorgehen ein paar Mal und schaue, wie Dein Vierbeiner reagiert. Hat Dein Hund damit kein Problem und bleibt entspannt, kannst Du Dein Training fortsetzen.

 

Übung #2: Jetzt machst Du Dich fertig und gehst aus der Tür und schließt diese kurz. Die Tür sollte höchstens für ein paar Sekunden zu sein. Dann gehst Du wieder rein und ziehst Dich wieder aus. Auch diesen Schritt wiederholst Du einige Male bis Dein Hund auch damit kein Problem hat.

 

Übung #3: Nun musst Du die Zeit, in der der Hund alleine ist, schrittweise ausdehnen. Wiederhole die Vorgehensweise aus Übung Nr. 2 und lasse die Tür nicht mehr für einige Sekunden, sondern Minuten zu. Jetzt solltest Du nicht zu ungeduldig werden und die Zeitdauer zu schnell zu weit ausdehnen. Sollte Dein Hund wieder Trennungsangst zeigen, musst Du einen Schritt zurückgehen. Zeigt Dein Training dagegen Früchte, kannst Du auch einmal zum Briefkasten gehen oder den Müll runterbringen. Klappt das ebenfalls gut kannst Du ebenfalls eine Runde um den Block gehen und die Zeit des Alleinseins immer weiter ausdehnen.

 

Richtig verabschieden und begrüßen

 

zerkratzte Wand durch Hund

 

Damit Dein Vierbeiner keine Trennungsangst entwickelt, sollten auch die Verabschiedung und Begrüßung richtig ausfallen. Wichtig ist es, dass Du keine hochemotionale Verabschiedungszeremonien veranstaltest. Dagegen kann ein kleines Ritual beim Verabschieden ganz hilfreich sein. Doch auch hier kann man einige Fehler machen. Freunde von uns werfen ihrem Hund immer Leckerlis in den Raum bevor sie gehen. Wir haben das auch mal versucht. Als wir wiederkamen waren überall weiße Pfotenabdrücke und wir hatten eine kaputte Wand. Offenbar hatte unser Welpe/Junghund nicht mitbekommen, dass wir die Wohnung verlassen haben und hatte sich aus Frust und/oder Panik an der Wand „abreagiert“. Damit Dein Hund Deinen Weggang mit einem positiven Gefühl verbindet, kannst Du ihm bei der Verabschiedung einen gefüllten Kong geben. Somit ist er für die nächsten Minuten beschäftigt und Du schlägst zwei Fliegen mit einer Klappe ✌

 

Die richtige Begrüßung beim Wiederkommen ist ebenfalls wichtig. Es ist sehr verlockend den Hund genauso überschwänglich zu begrüßen, wie er das vielleicht selber macht. Manche Hunde können damit aber nicht umgehen und warten sehnsüchtig auf genau diesen Moment, weshalb sie sich die ganze Zeit über nicht entspannen können. Idealerweise kommst Du ruhig nach Hause und legst erst Deine Sachen ab, bevor Du Deinen Vierbeiner kurz(!) begrüßt.
Falls du wissen willst, wie wir (Hunde-)Alltag und Berufsleben miteinander vereinbaren, dann lies dir jetzt unseren Beitrag „Arbeiten trotz Hund“ durch!

 

Und jetzt wollen wir von Dir wissen: Hat Dein Hund ein Problem damit alleine zu bleiben?

 

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