Bürohund: So gewöhnst Du Deinen Welpen an den Büroalltag

Noch bevor Du Dir einen Welpen/Hund anschaffst solltest Du Dir gut überlegen, was Du mit ihm machst, wenn Du arbeiten gehst. Am besten wäre es, wenn Du Deine Fellnase mit auf Arbeit nehmen könntest. Gerade für junge Hunde ist dies ideal, da sie nicht über mehrere Stunden alleine Zuhause bleiben müssen. Suche daher schon vorab das Gespräch mit deinem Chef, der Perso und Deinen unmittelbaren Kollegen und hole Dir ihren Segen.

Wichtig ist, dass Du Deinen Welpen nicht gleich mit ins Büro nimmst, sondern ihm etwas Zeit gibst sich an sein neues Zuhause zu gewöhnen. Ich habe mir dafür zwei Wochen Urlaub genommen, meiner Meinung nach das absolute Minimum. Nach dieser Eingewöhnungszeit hatte ich zwei Wochen lang halbtags von Zuhause aus gearbeitet. Da konnte er sich schon daran gewöhnen, dass er nicht ständig meine volle Aufmerksamkeit haben kann. Da Loki große Angst vor dem Auto fahren hatte, kam er erst mit ca. 12 Wochen mit ins Büro. Zuerst sind wir nur für eine Stunde vorbei gekommen damit er die Kollegen und die Umgebung kennenlernen konnte. Nach dem ersten Kennenlernen war dann Loki immer häufiger und länger mit im Büro. Rückblickend hat er sich schnell an den Büroalltag gewöhnt und freute sich sogar jeden Morgen richtig, wenn es wieder ins Büro ging.

Büro welpensicher machen

 

Labrador Welpe Büro

Vorab ist es empfehlenswert das eigene Büro soweit es geht welpensicher zu machen. Auf jeden Fall sollte Dein Schreibtisch günstig gelegen sein. Mein Schreibtisch hatte dafür schon den idealen Platz – durch ein Regal etwas abgeschottet und eher in einer Zimmerecke liegend. Nun gilt es das Verletzungsrisiko zu minimieren. Wie in jedem Büro herrschte auch in meinem absolutes Kabelchaos. Eine Kabelbox und etwas Tape können da schon Abhilfe schaffen. Wichtige Papiere, Arbeitsmaterialien oder Ähnliches, was schnell durch spitze Welpenzähnchen kaputt gehen kann, sollten nicht in Reichweite des Welpen aufbewahrt werden.

Ein Rückzugsort ist ebenfalls sehr wichtig. Damals hatte ich mir ganz schön den Kopf darüber zerbrochen. Schließlich sollte sich der Hund auch im Büro wie zu Hause fühlen aber gleichzeitig nix kaputt machen. Ich habe mich anfangs für eine Metallbox entschieden, die mit einer Decke ausgelegt war und direkt hinter mir an der Ecke zum Regal stand. Zur weiteren Abschottung habe ich noch eine weitere Decke auf den Käfig gelegt. Die Realität war allerdings das Loki die Box kaum genutzt hat. Er wollte eher in meiner direkten Nähe sein und bei meinen Füßen schlafen.  Zudem kann es schnell laut werden, wenn der Hund in dieser spielt und mit seinen Krallen über die Plastikwanne fährt (und das trotz Decke). Als er zu groß für den Käfig wurde, hatte er nur noch eine Decke, was aber auch sehr gut funktioniert hatte.

Rückblickend würde ich es mit einem schönen Körbchen unterm Tisch zu meinen Füßen probieren und den Hund die erste Zeit lang einfach am Tisch anbinden.

Zubehör für den Bürohund

Neben seinem Rückzugsort solltest Du noch an folgende Dinge denken:

  • 2 Näpfe (der Welpe muss anfangs im Büro wahrscheinlich auch gefüttert werden)
  • eine gut verschließbare Futterbox mit seinem Futter
  • Spielzeug
  • eine Leine mit der er anfangs angebunden werden kann
  • Kotbeutel (sollten sowieso immer mit dabei sein)
  • Küchenrolle
  • Anti-Geruchsspray (bei Welpen die noch nicht stubenrein sind)

Nicht nur während Meetings sind Kauartikel zur Beschäftigung, und gerade wenn der Hund zahnt, empfehlenswert. Allerdings solltest Du darauf achten, dass die nicht zu sehr stinken. Straußensehnen vertreiben beispielsweise auch den tolerantesten Kollegen! Besser wäre ein befüllbarer Kong oder ein Seil.

Stubenreinheit u. Auslastung im Büroalltag

Ich hatte große Angst davor, dass Loki mal im Büro einen Unfall haben wird. Glücklicherweise war dies nie der Fall. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich gerade in der ersten Zeit mit ihm regelmäßig kurz raus gegangen bin. Idealerweise lag mein Büro im Erdgeschoss und der Seiteneingang war nur einen Katzensprung entfernt. Geholfen hat auf jeden Fall das Pipp-Logbuch, wo die Klozeiten notiert wurden.

Welpen Loki und Lilly

Damit der Hund sich im Büro möglichst ruhig verhält ist es wichtig, dass er gut ausgelastet ist. Ideal wäre eine große Gassirunde am Morgen, mindestens eine halbe Stunde in der Mittagspause und dann Nachmittags noch mal bzw. Abends. Loki war nach einem Bürotag oftmals fix und fertig, daher fielen die letzten Runden eher kleiner aus. Ideal ist es auch, wenn es noch andere Bürohunde vor Ort gibt. Dann könnt ihr für die Mittagspause oder nach dem Feierabend „Playdates“ verabreden, wo die Hunde miteinander spielen können.
Der Hund will aber nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert werden. Daher solltest Du mit Deinem Hund regelmäßig Suchspiele machen oder ihm Intelligenzspielzeuge, wie einen mit Leckerlis gefüllten Ball, geben.

Schwierigkeiten im Büroalltag

Trotz bester Vorbereitung wirst Du während der Gewöhnung an den Büroalltag auf das eine oder andere „Hindernis“ stoßen. In unserem Fall war es besonders die (wohl) Labradortypische Aufregung, die Loki bis heute hat. Er freut sich immer riesig, wenn er andere Leute oder Hunde trifft. Und dann fängt er vor lauter Aufregung an zu schnappen und/oder Leute anzuspringen. Nicht jeder kann damit umgehen und wir versuchen bis heute dieses Problem in den Griff zu bekommen (viel Impulskontrolle üben hilft schon).
Ebenfalls solltest Du Dich darauf einstellen, dass ein Welpe im Büro nicht nur viel Freude bringt, sondern auch Arbeit. Neben dem Stubenreinheitstraining musst Du immer ein Auge auf ihn haben und ihn auch einmal zurechtweisen, wenn er Unfug anstellt. Das kann Zeit und Nerven kosten. Und gerade die Zeit musst/solltest Du auch nacharbeiten. Schnelle Fortschritte können aber mit dem Training eines Abbruchsignals erreicht werden. Gemeinsame Mittagessen mit Kollegen können auch schwierig sein, besonders wenn es in Lokale geht, wo keine Hunde erlaubt sind. Für solche Tage solltest Du Dir Dein Mittagessen am besten mitbringen, dann kann die Mittagsrunde auch größer ausfallen.
Und jetzt wollen wir von dir wissen: Hast Du die Möglichkeit Deinen Hund mit ins Büro zu nehmen?

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